Zum Schutz der Augen vor grellem Sonnenlicht und der Einwirkung von ultravioletten Strahlen, werden Sonnenbrillen eingesetzt. Die, für das menschliche Auge unsichtbaren, UV-Strahlen der Sonne können das Auge extrem reizen und sogar nachhaltig schädigen. Grauer Star und Erblindung sind die möglichen Folgen. Für den optimalen UV-Schutz sollten alle Wellenlängen unterhalb 400 nm geblockt werden. Um das helle, sichtbare Licht zu dämpfen, sind Sonnenbrillen in der Regel, aus getöntem Glas gefertigt.
Es sind zudem auch Brillen verfügbar, deren Glas klar ist. Erst bei Einfall von UV-Licht ändert sich die Farbe. Die Farbpallette reicht von diversen Braun- bis hin zu Grautönen. Die Verfärbung geht bei Lichteinfall sehr rasch von Statten, damit der Schutz der Augen sofort gewährleistet ist. In dem verwendeten, so genannten phototropen, Glas sind silberhalogenidhaltiger Ausscheidungen eingelagert. Durch eine reversible Transformation verändert sich die Farbe des Glases. Dies nennt man Phototropie.
Die Brillengläser werden wieder klar, wenn der Lichteinfall abnimmt. Dieser Vorgang dauert allerdings länger, als die Verdunkelung.
Dieser Unterschied resultiert aus einem Gleichgewicht, das sich aus zwei gegenläufigen Reaktionen herstellt. Beschleunigt werden kann dieser Vorgang durch Einwirkung von Wärme. Das Glas kann also durch warmes Wasser oder einen warmen Luftstrahl schneller wieder in den klaren Zustand gebracht werden.
Die Verdunkelung der Brillengläser beruht auf einer so genannten Reaktion nullter Ordnung. Dies bedeutet, dass eine Molekülumwandlung statt findet, die durch jedes einfallende, in der Wellenlänge geeignete Lichtquant bedingt ist.
Der gegensätzliche Vorgang beruht wiederum auf einer Reaktion erster Ordnung, die von der Temperatur abhängig ist. Diese Reaktion läuft nach einer E-Funktion ab. Dies bedeutet, dass gleiche Anteile in gleicher Zeit reagieren.
Automatische Sonnenbrillen sind nur bedingt für das Autofahren zu empfehlen. In einem geschlossenen PKW werden die ultravioletten Strahlen schon von den getönten Autoscheiben absorbiert. Von daher stellt sich der Verdunkelungseffekt nicht ein. In einem Cabrio hingegen, ist der Brillenträger den UV-Strahlen direkt ausgesetzt. Wenn bei der Autofahrt die Lichtverhältnisse schnell wechseln, zum Beispiel bei der Einfahrt in einen Tunnel, Unterführung oder ähnlich, weicht die Verdunkelung im Glas nicht schnell genug zurück und die Sicht des Autofahrers ist dadurch behindert. Dies kann zu gefährlichen Situationen führen. Die Entscheidung für ein geeignetes Modell ist immer also von der Art des Einsatzes abhängig zu machen.













